Die 1976 in West-Berlin geborene Julia Alice von Heinz ist Filmregisseurin und Drehbuchautorin.
Von Heinz wuchs in Bonn auf und war ab 1991 mit 15 Jahren in der linken Szene engagiert und Teil von antifaschistischen Initiativen, nachdem sie einen Übergriff von Neonazis erlebte. Nach ihrem Umzug nach Berlin Anfang der 2000er kam ihr Engagement bei der Antifa zum Erliegen.
Sie begann mit einem Studium der Rechtswissenschaft, brach dieses jedoch nach zwei Semestern ab, um eine Ausbildung zur Mediengestalterin beim WDR in Köln zu machen. Anschließend studierte sie im Fachbereich Audiovisuelle Medien an der heutigen Berliner Hochschule für Technik und schloss 2005 als Diplomkamerafrau ab. Bereits mit Kurzfilmen wie „Dienstags“ (2001), „Doris“ (2002) und „Lucie und Vera“ (2003) gewann sie ihre ersten Preise.
2005/2006 war sie künstlerische Mitarbeiterin von Rosa von Praunheim an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Ihr Langfilmdebüt „Was am Ende zählt“ wurde auf der Berlinale 2007 und auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt und preisgekrönt. Für ihren Dokumentarfilm „Standesgemäß“ (2007/08) erhielt sie 2009 den Bayerischen Fernsehpreis Blauer Panther. Ihre Verfilmung des Romans „Hanni und Nanni 2“ wurde mit drei Goldenen Spatzen ausgezeichnet und war 2013 für den Publikumspreis des Bayerischen Filmpreises und des Deutschen Filmpreises nominiert. In Zusammenarbeit mit Tom Tykwer, Chris Kraus, Robert Thalheim und Axel Ranisch drehte sie den Dokumentarfilm „Rosakinder“ (2012) über die Beziehung zu ihrem gemeinsamen „Filmvater“ und Mentor Rosa von Praunheim. 2012 promovierte von Heinz an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam zum Dr. phil. 2014/15 hatte sie eine Gastprofessur im Bereich Spielfilm an der Kunsthochschule für Medien Köln und von 2016 bis 2018 eine Gastprofessur für Spielfilmregie an der HFF München. Seit 2019 ist sie Honorarprofessorin an der HFF München und 2020 übernahm sie zusammen mit Marcus H. Rosenmüller die Leitung des Studiengangs Regie Kino- und Fernsehfilm ebenfalls an der HFF München. Mehrfach preisgekrönt wurden ihre Fernsehfilme „Katharina Luther“ und „Tatort – Für immer und dich“ (2019). Ihr Spielfilm „Und morgen die ganze Welt“ wurde 2020 in den Wettbewerb um den Goldenen Löwen zu den 77. Internationalen Filmfestspielen von Venedig eingeladen. Der Film ist von ihrer eigenen Jugend inspiriert und laut eigener Aussage der Grund, warum sie mit dem Filmemachen angefangen hat. Er wurde für den Deutschen Filmpreis 2021 nominiert. Der, in Zusammenarbeit mit anderen Regisseuren, gedrehte Dokumentarfilm „Isolation“ hatte Premiere auf den „Giornate degli Autori – Venice Days“ im Rahmen der 78. Internationalen Filmfestspiele von Venedig und wurde mit dem Inclusion Award 2021 ausgezeichnet. 2022 entwickelte und drehte sie die High-End-Mini-Serie „Eldorado Kadewe“ und erhielt dafür den Blauen Panther für die Beste Regie. Ihr erstes internationales Spielfilm-Projekt hatte sie 2024 mit „Treasure-Familie ist ein fremdes Land“. 2024 wurde sie ebenfalls in die Wettbewerbsjury der 81. Filmfestspiele von Venedig berufen.
Von Heinz ist Mitglied der Deutschen Filmakademie, der Europäischen Filmakademie und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.
Zu Gast bei der Filmsociety war sie 2022 zur Filmvorstellung von „Und Morgen die ganze Welt“ sowie ebenfalls 2022 zur Filmvorführung von „Standesgemäß“ im Rahmen des Rendezvous der filmsociety, bei dem sie ebenfalls in einem ausführlichen Werkstattgespräch über ihre Arbeit berichtet.