Der 1983 in Westfalen geborene Johannes Duncker ist Filmregisseur, Drehbuchautor, Filmproduzent und Filmfestivalleiter. 1993 zog die Familie nach Istanbul, wo er die Deutsche Schule Istanbul besuchte und sein Abitur machte. Er studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften sowie Anglistik und Geschichte in Köln und in Rom. Mit dem Filmemacher Ilker Catak, mit dem er auch zur Schule ging, arbeitete er immer wieder zusammen.
Schon vor seinem Studium realisierte er eigene Kurzfilme, darunter 2005 gemeinsam mit Catak „Eskimo Frosch“, der den Goldenen Alex Berlin gewann. Für den Film gründeten die beiden mit 24LiesPerSecond eine eigene Produktionsfirma und machten weitere Kurzfilme zusammen. „Als Namibia eine Stadt war…“ gewann den Hauptpreis des Filmfestivals von Zagreb und wurde von der Deutschen Film- und Medienbewertung zum Kurzfilm des Monats gekürt. Der Film „Es gilt das gesprochene Wort“ (2019) von Catak, bei dem Duncker an der Story mitarbeitete, wurde u.a. 2020 mit dem Deutschen Filmpreis in Bronze ausgezeichnet. Ebenfalls schrieben sie zusammen das Drehbuch für Çataks Film „Das Lehrerzimmer“, der bei seiner Uraufführung auf der Berlinale 2023 zwei Preise gewann sowie fünf Deutsche Filmpreise. 2024 erhielt der Film eine Oscar-Nominierung als bester Internationaler Film. 2023 wurden er und Catak für den Europäischen Filmpreis nominiert. Seit 2013 ist Duncker Leiter des Filmfestival Köln. 2023 wurde er Mitglied der Deutschen Filmakademie.
Zu Gast bei der filmsociety war er bei der Sondervorführung von „Das Lehrerzimmer“ und zum anschließenden Filmgespräch.