Der 1973 in Italien geborene Lars Kraume ist Regisseur, Produzent und Drehbuchautor. Seine Eltern zogen früh wieder zurück nach Deutschland, wo er in Frankfurt am Main aufwuchs. Mit Fotografie und Film kam er schon früh in Kontakt, da sein Vater in der Werbung war und Kunst studiert hat.
Nach dem Abitur arbeitete er zunächst zwei Jahre als selbständiger Fotograf, bis ihm ein Kurzfilm, den er mit 17 Jahren drehte, ein Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin ermöglichte. Das Studium schloss er 1998 ab und erhielt für seinen Studienabschlussfilm „Dunckel“ den Adolf-Grimme-Preis (2000). Nachdem er die ersten Jahre damit verbracht hat, hauptsächlich Tatort-Folgen zu drehen wandte er sich an Zeitgeschichtliche Themen wie z.B. in dem Film „Der Staat gegen Fritz Bauer“ mit dem er 2016 gleich sechs Deutsche Filmpreise gewann, „Das schweigende Klassenzimmer“, für das er den Friedenspreis des Deutschen Films Die Brücke erhielt und „Der vermessene Mensch“, der 2023 auf der Berlinale präsentiert wurde. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeiten sind die Verfilmungen von Dramen des deutschen Schriftstellers und Juristen Ferdinand von Schirach, in denen moralische und umstrittene Fragen aufgeworfen werden. Hierzu zählen beispielsweise „Terror – Ihr Urteil“ (2016) und „Gott“ (2020).
Seit 1994 lebt er mit seiner Familie in Berlin. Seine Frau, die Kunsthistorikerin Lena Kiessler, berät ihn in seiner Arbeit und wirkte als Co-Autorin an dem Drehbuch für seine Fernsehserie „Die Neue Zeit“ mit.
Zu Gast bei der filmsociety war er zur Preview seines Films „Der Staat gegen Fritz Bauer“ 2015 und zur Preview von „Das schweigende Klassenzimmer“ 2018.