Wolfgang Kohlhaase wurde 1931 in Berlin geboren und verstarb Ende 2022. Er war Drehbuchautor, Regisseur und Schriftsteller und gilt als einer der wichtigsten Drehbuchautoren der deutschen Filmgeschichte.
Schon in seiner Schulzeit fing er mit dem Schreiben an und wurde 1947 Volontär und Redakteur bei der Jugendzeitschrift „Start“, für die er Kurzgeschichten und Porträts schrieb. Unwissend half er seinem Vater das sowjetische Kriegsgefangenenlager zu überleben, da das Lager eine Ausgabe von „Start“ mit einem Artikel von Kohlhaase erreichte, wodurch sein Vater im Ansehen der Gefängnisleitung stieg und so mehr Essen und leichtere Arbeit bekam. Später wurde er Mitarbeiter der FDJ-Zeitung Junge Welt und von 1950 bis 1952 arbeitete er als Dramaturgie-Assistent bei der DEFA in Potsdam-Badelsberg. Ab 1952 war er dann freischaffender Drehbuchautor und Schriftsteller und erhielt 1953 seine erste Nennung als solcher in dem Kinderfilm „Die Störenfriede“. Seine ersten Filme, die er vor allem mit seinem Freund Gerhard Klein umsetzte, orientierten sich am Stil des italienischen Neorealismus. Das Filmprojekt „Berlin um die Ecke“ (1965) wurde nach den Beschlüssen de XI. Plenums des ZK der SED vorzeitig beendet und verboten. Der Film wurde 1987 doch noch fertig gestellt. Daraufhin wandte er sich vorübergehend vollkommen der schriftstellerischen Arbeit zu. Ab den 1960ern arbeitete er mit dem Regisseur Konrad Wolf zusammen, und sie brachten mehrere international prämierte Spielfilme hervor wie z.B. „Ich war neunzehn“ (1968) und „Solo Sunny“ (1980). Nach 1990 blieb er dann im Filmgeschäft und arbeitete mit Volker Schlöndorff an „Die Stille nach dem Schuss“ (2000). Anschließend arbeitete er mehrmals mit dem Regisseur Andreas Dresen zusammen: „Sommer vorm Balkon“ (2005), „Whisky mit Wodka“ (2009) und „Als wir träumten“ (2015).
Kohlhaase schrieb Drehbücher, die von Geschichten aus dem Alltag handeln, und die Darstellung der Protagonisten und ihrer Lebensumstände ist realistisch. Seine Werke werden für ihren Dialogwitz, ihren knappen Ton und ihre melancholische, lebenskluge Art geschätzt. Auf der Berlinale 2010 wurde ihm der Goldene Ehrenbär für sein Lebenswerk verliehen.
Er gab an verschiedenen Hochschulen Kurse über das Schreiben von Drehbüchern. Ab 1970 war er Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland, 1972 wurde er Mitglied der Akademie der Künste der DDR und ab 1991 dann an der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg. 2011 wurde er auf der Berlinale zum Ehrenmitglied des Verbands deutscher Drehbuchautoren (VDD) ernannt. Ebenfalls 2011 erhielt er von der Deutschen Filmakademie die Lola für sein Lebenswerk.
Zu Gast im KunstSalon war er 2015.